Muss man alles photographieren?

Hallo =)

Mit oben genannter Frage beschäftige ich mich immer wieder, vor allem im Urlaub, in Museen, bei Stadtführungen und anderen passenden Gelegenheiten.

Meine Überlegungen bezüglich der Photographie im Urlaub hatte ich ja hier schon etwas ausgeführt. Mir ging es darum mit kleinen Motiven einen Hauch von Urlaub in die Zeit des Alltags zu retten und Euch regelmäßig mit ein paar Bilderreihen Freude zu bescheren. Während ich jedoch eben im Urlaub photographierte und aktuell noch photographiere habe ich auch immer wieder die Leute um mich herum beobachtet. Von Leuten mit weitaus professionelleren Spiegelreflexkameras bis hin zu Smartphone und kleinen Einwegkameras war eigentlich alles in Sachen „Ablichtung von Motiven“ vertreten. Dabei fiel mir auf, dass wirklich sehr viele vor allem die bekannten Sachen wie Goethe-Schiller-Denkmal in Weimar aus der klassischen Perspektive „frontal drauf“ photographierten.

Klar, auch ich habe das eine oder andere bekanntere Denkmal/Wahrzeichen aufgenommen wie zB das Gänseliesel in Göttingen, die Sternwarte (aber im Hinterhof), das Rathaus in Weimar (direkt vorn dran stehend nach oben)… allerdings eben auch sehr viel drum herum wie einen Schmetterling auf einer Blume, ein Stück Torte, ein Kaffee, ein Türklopfer am römischen Haus statt dem Haus ansich und manchmal habe ich auch einfach nicht photographiert.
Das oben genannte Goethe-Schiller-Denkmal zB habe ich nicht photographiert, genausowenig wie die Amaliabibliothek, das Gartenhaus von Goethe ansich oder Kirche, Rathaus und Wochenmarkt in Göttingen. Auch jedes Essen wurde nicht abgelichtet, wenngleich alles sehr lecker aussah. Meine Mum wurde zwar regelmäßig Opfer meiner Tests in diversen Lichtsituationen, genauso häufig habe ich die Bilder aber auch wieder gelöscht. Man muss nicht alles aufheben. Was wir auch nicht gemacht haben: uns vor das Denkmal stellen und ablichten lassen. Wer mir nicht glaubt, dass ich dort war, ist selber Schuld. ;-)

Auch im Alltag ansich oder einfach unterwegs stelle ich mir immer wieder die Frage „Muss man alles photographieren?“, ist es nicht sogar manchmal besser auch mal nicht auf den Auslöser zu drücken? Allein die Bilderflut am Ende des Urlaubs ist teilweise unglaublich, wenn man sich durch gefühlte 1000 Bilder wühlt und man am Ende einiges doppelt und dreifach drauf hat, sich Motive noch und „nöcher“ wiederholen und man letztenendes eigentlich vor lauter Bildern blind wird für die wirklich schönen Momentaufnahmen, weil sie einfach untergehen.

Muss man alles Photographieren? Photographiert Ihr alles?

Ich für meinen Teil kann das ablehnen. Manches photographiere ich bewusst nicht, bei manchem entscheide ich mich noch während des Betrachtens durch den Sucher doch nicht abzudrücken. Ich möchte am Ende meiner 2 Urlaube schon einige Bilder präsentieren können, auch einige „Dokumentarische“ und auch viele mit der Impression eines Urlaubs… aber es soll eine kleine feine Auswahl sein zusammen mit einigen für die private Erinnerung gedachten Stücken.
Genau aus diesen Überlegungen heraus gibt es für Euch auch noch eine Weile die Urlaubspralinen, immer wieder einzigartig und immer wieder handverlesen. Wie lang die Serie noch gehen wird weiß ich nicht, das wird von meiner Laune und Eurer Lust auf Urlaubsbilder abhängen. Schließlich möchte ich Euch auf Dauer nicht langweilen, sondern nur ein paar Momente Urlaub im Alltag im schenken.

Mit photographischen Grüßen,
Neomai

Veröffentlicht von

Neomai

So vielfältig wie die Farben im Kaleidoskop sind meine photographischen Neigungen.

6 thoughts on “Muss man alles photographieren?”

  1. Da gab es neulich schon einen Bericht, ich glaube bei taff, das fande ich dann doch sehr nachdenklich. Also natürlich gerade im Handyzeitalter, wo man immer eine kleine Kamera dabei hat.
    Bei mir ist ja grundsätzlich der Akku leer oder zu dunkel oder ich bin zu langsam, deshalb mache ich kaum Fotos. Aber es gibt dann schon Momente, in denen ich ähnlich schlimm bin, wie die ganzen Teenies. Das ist eben auf Konzerten.
    Also Rock am Ring habe ich schon ewig viele Fotos gemacht und ich stand ja ganz vorne, hatte aber dummerweise ne recht blöde Kamera und bei Mars zum Schluss war dann auch der Akku leer … nun ja, also ich habe die Konzerte mehr durch das Guckrohr gesehen, jedenfalls bis zum Schluss, ohne Akku war ja nix mehr machbar.
    Und für die kommenden Konzerte habe ich mir bessere Fotos vorgenommen … Also ich glaube ich bessere mich da auch nicht. Aber das sind einfach so Erinnerungen, die ich festhalten muss. Um was anderes geht es mir ja auch nichts, weil ich ja kein Hobbyfotograf bin.

    1. Hallo =)

      Mit dem Smartphone habe ich auch schon Motive abgelichtet, das waren dann Dinge für die spätere Erinnerung (eine Notiz, ein Produkt, eine Folie mit Informationen und so weiter), da das Aufschreiben der Information in dem Fall zu lang gedauert hätte. Aber meistens werden sie dann später eh wieder gelöscht. ^^

      Ich denke auch, dass man zwischen Bildern für die Erinnerung (die man eben auch nicht online stellt) und Bildern für die Präsentation auf einer entsprechenden Plattform unterscheiden muss. Manche Bilder sind sicher keine „hohe Kunst“ oder Ähnliches, aber sie halten eine kleine Situation fest, an die ich mich später noch gern erinnern möchte… so ungefähr wie Du mit Deinen Konzertbildern. :)

      Liebe Grüße
      Neomai

  2. Jetzt hatte ich so einen schönen ausführlichen Text.. bäm! Hängt sichs auf..

    Also nochmal kurz: Ich fotografiere bewusst oder bewusst nicht. Egal wo. Urlaub, Fototour, Konzert.

  3. Hallo,

    die Frage so oder in ähnlicher Form stelle ich mir auch immer wieder.
    Meine Kamera habe ich fast immer bei mir. Sehr oft gehe ich los habe ein bestimmte photographische Absicht und lass es dann bleiben, einerseits weil die Situation die ich haben wollte einfach nicht gegeben war und manchmal einfach weil ich die Situation für mich erfasst habe, mich in ihr befinde und ich sie auch geniessen will. Würde ich da meine Kamera zücken, dann ziehe ich mich raus aus der Situation und werde dann zu jemand anderen. Und manchmal möchte ich das nicht, ich will einfach ein Teil der Situation sein. Ein simples Beispiel sei genannt, ich will denStraßenmusiker zu hören und mitgehen und wenn ich nun photographiere kann ich das nicht, da habe ich anderes zu tun.

    1. Hallo =)

      Das finde ich auch einen interessanten Aspekt zu diesem Thema, also die Sache mit dem „aus einer Situation heraus gehen“.
      Ich denke auch, dass man bei manchen mehr entdeckt in Sachen Charakter/Verhalten etc wenn man sie nicht photographiert, da sich eigentlich so gut wie jeder vor einer aktiven Kamera anders verhält als wenn keine Kamera in der Nähe ist.

      Liebe Grüße
      Neomai

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